Im Kanu auf dem Yukon

Von den Quellseen fast bis zur Beringsee im Kanu

Archive for ‘September, 2014’

Bilderstrecke zu „Roadtrip – Teil I“

Bilderstrecke zu „Beaver Creek“

Einige der Bilder sind nicht von mir, sondern vom Thommy (www.outdoor-life.eu), kenntlich durch “_Thommy” im Dateinamen. Danke!

Bilderstrecke zu „Wieder Fort Yukon“

Einige der Bilder sind nicht von mir, sondern vom Thommy (www.outdoor-life.eu), kenntlich durch „_Thommy“ im Dateinamen. Danke!

Hawaii – Kauai

So. Ich bin mittlerweile auf Hawaii, genauer Kauai. Hier ist es wesentlich wärmer. Auf die Idee gebracht hatten mich mehrere Alaskaner. Nachdem ich also im Denali NP war (es hat dort geschneit, Bericht folgt noch), ging es also über Anchorage und einen kleinen Zwischenstopp in Los Angeles nach Kauai – die „Garteninsel“ Hawaiis. Also dann bis bald 🙂 🙂 🙂

Roadtrip – Teil II

Soooo. Jetzt fahre ich selber – einen dicken Pick-Up. Und das Zelt ist schon hinten drauf (Foto). Zum Fahren muss ich das natürlich wieder einpacken. Der erste Tag bringt mich entang des Richardson-Highways nach Delta Junction, wo ich aber in Dunkelheit und Regen mein Camp mache. Tags darauf fahre ich im Regen den Richardson-Highway Richtung Süden weiter (man könnte ier auch af den Alaska-Highway Richtung Kanada fahren), habe aber noch kein Tagesziel. Mir kommt der Gedanke, dass man auf der Schotterpiste, die Denali-Highway genannt wird, doch sicher viele Tiere bobachten kann, und das wird durch Aussagen Einheimische auch bestötigt. Also biege ih in Paxson Richtung Westen ab und schlage am frühren Abend ohne beobachtete Tiere am Clearwater Creek mein Camp auf. Dafür habe ich viele Jäger gesehen, die links und rechts der Straße mit Quads oder zu Fuß ins Gelände gehen. Aha, die Jagdsaison ist eröffnet – kein Wunder, dass ich kein Viech zu Gesicht bekomme. Dafür bietet sich mir immer wieder eine spektakuläre Landschaft.

Mein Zuhause

Mein Zuhause

Passierschein A38, die Erste
Als ich einen Tag später das Ende des Denali Highways in Cantwell erreiche kommt mir die Idee, noch schnell im Denali-Nationalpark vorbeizufahren, um schon einmal Infos über den Park mitzunehmen – denn da möchte ich nach dem Roadtrip hin. Eine Straße führt hinein, und private Autos sin dort nur bis zu einem gewissen Punkt zugelassen. Stattdessen gibt es mehrere „Buslinien“ (unterschiedliche Farben), die man benutzen kann. Wo fährt man hin, wenn man sich schlau machen will? Zum Vistor Center natürlich – oder? Also flugs eine Rangerin zum Interview verhaftet. „Uuh. You have to go to the Wilderness Access Center.“ Ähhh – aha. Also wieder rein ins Auto und wieder in Richtung Parkeingang gefahren. Im Wilderness Access Center (WAC) steht mitten im Raum ein Schalter, „Information“ steht dick drüber. Ich marschiere schnurstracks drauf zu, die Rangerin scheint sich verstecken zu wollen aber ich bin noch schnell genug.

B(Bernd): „I want to get some Information about what to do and the buses.“
R(Rangerin): „So what do you want to do?“
B: „That’s why I am here. I want to gather some Information before I decide.“
R: „Yes, there are the buses.“
B: „I know.“
Pause
B: „To begin, you perhaps could try to explain the bus system to me. I find it quite confusing with that many colors of the buses. What do the colors stand for? For example, if I want to stay at some Camp Ground and want to take a bus to go somewhere else – is that possible?“
R: „Yes.“
B: „Which Color should the bus have?“
R: „You could take any green bus.“
B: „Do I have to buy a ticket for that?“
R: „When you stay overnight in areas of the park where private cars are prohibited, you are to buy a camper bus ticket. The Camper bus will take where you want to go.“
B: „So green color means Camper bus?“
R: „No.“
Pause. Spätestens jetzt komme ich mir vor wie Asterix bei Minute 6.57 (http://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk). Ich kann mir ein Lachen nicht mehr verkneifen und gucke sie fragend an.
R: „There are other green buses, too. Well,…perhaps,.. uuh, you should go to the counter where the camping permits are sold (der ist in einer anderen Ecke des WAC).“
B: „Your counter is called „Information“, isn’t it?“
R: „Yes.“
B: „So what do you think me to expect when walking in here, seeing the big „information“-sign above your desk? After being sent here by someone like you from the „Visitor Information“?“
R: „Well…“
Das wird doch nichts…
B: „Ok, I see. I’ll go over there…“

Ja, natürlich habe ich jetzt etwas übertrieben. Am anderen Schalter konnte man mir wenigstens bei den Bussen weiterhelfen und gab mir sogar einen Fahrplan. Aber es war noh nicht ganz ausgefochten.
R: „Do you want to camp on our Campgrounds or do you want to do real backcountry exploring?“
B: „As I said before…“
R: „Perhaps you should go to the Backcountry Information Center. That is…“

🙂 Bloß raus da…

Jetzt wieder Richtung Norden – nach Fairbanks – zu fahren, machte keinen Sinn, also schlug ich die südliche Richtung ein, auf dem George-Parks Highway Richtung Anchorage. Richtung Meer… An diesem Tag noch bis in den Eklutna State Park, kurz vor Anchorage. Hope und die Kenai-Halbinsel Und wo ich schon mal am Meer war, wuchs schnell der Plan die Kenai-Halbinsel zu erkunden. Als ich also tags darauf den Seward-Highway runterfuhr. entdeckte ich eine kleine Abfahrt zum Örtchen „Hope“ – warum nicht? Und: Es war Freitag abend, in der kleinen „Strandbar“ gab es Live-Musik… und geistreiche Sprüche ala „Better Hope in your soul than soap in your hole“ oder „Do you drink to forget? Then please pay in advance!“. Leider verschlechterte sich ab dann das Wetter, so dass „der Rest“ der Kenai-Halbinsel nicht ganz so spektakulär verlief (Seward, Kenai, Homer).

Ohrenschmaus
Irgendwas fehlte während der Fahrt bisher. Richtig – Musik. In Kenai organisierte ich mir schnell 2 CDs, „Best of Johnny Cash“ und Volbeat: „Outlaw Gentlemen and Shady Ladies“. Und fortan konnte ich dann zu „A boy namend Sue“, „I walk the line“ oder „Lonesome Rider“ von Volbeat (sehr passend, gelle?) durch die Gegend fahren. Ein Traum 🙂

Passierschein A38, die Zweite
Auf dem Rückweg (über Housten in Alaska, (ja, nicht das in Texas)) machte ich für eine Nacht noch Stop in der Nähe vom Denali Park, ich fühlte mich gestärkt und entschlossen genug, mir die Permits für den kommenden Aufenthalt im Denali NP zu besorgen 😉 ,  wollte schon einmal „alles klar machen“ und überflüssiges Gepäck hier deponieren. Ich hatte nämlich nicht vor, alles in den Park rein zu nehmen – aber auch nicht, anschließend nach Fairbanks zurückkehren zu müssen. Diesmal ging ich sofort zu den Schaltern im WAC. Mir stand der Sinn nicht mehr nach totalem Backcountry, also wollte ich zwei mal je drei Tage auf einem der Campgrounds (d.h. eigentlich nur: Plumpsklo, bärensichere Container und ein paar dieser „Tisch-Bänke“) übernachten.

R: „You have to book via Internet, here we do only walk-in-reservations, maximum 3 days in front.“
Pause — ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte.
B: „Some days ago I was at the visitor Center… Well, whatever – I will tell you what I want to do and you explain to me if that is possible or not. I don’t want to make some mistake. So three days at some Campground in between and the last 3 days at Wonder Lake. In between I want to do day trips and take the green bus.“
R: „Do you want to do backcountry-backpacking? Then you have…“
Schnell unterbrach ich die Rangerin
B: „No, I don’t!!!
R: „So you want …(Wiederholung)?“
B: „Yes! R: „That will work, but as I said…“
Nee nicht wieder abwimmeln lassen…
B: „From your experience, is there enough space just for me and my tent… I just don’t want to be disappointed and… the next time I will have access to the internet will be…“
R: „Which Campground do you want in between?“ Jetzt schnell entscheiden – Karte, Hälfte der Straße raussuchen…
B: „Igloo Creek!“
R: „Ok, lets have a look… Yes.
Pause
R: „Ok, forget what I said, We’ll do it here, yo don’t need to book via internet.“
Ich vollführte innere Freudentänze, freute mich diebisch, hielt es aber für klüger, einfach
B: „Thank you so much!!!“ zu sagen…

Into the Wild – Stampede Road und der Magic Bus
Wenn man vom Denali-Park Richtung Norden fährt, kommt man schnell durch das Därfchen Healy. Ein klitzekleines Stückchen später zweigt die Stampede Road nach Westen ab, die sich später zu Stampede Trail verjüngt. Hier hatte sich Christopher McCandless 1992 absetzen lassen, um über den Stampede Trail in die Wildnis zu gehen. Nachdem er zwei Flüsse überquert hatte, fand McCandless einen alten Bus, in dem er sich häuslich niederließ und versuchte, sein Überleben zu bestreiten. Die Geschichte hat leider kein Happy End. McCandless starb (vermutlich ging eine Vergiftung voraus) an Auszehrung noch im gleichen Jahr. Jon Krakauer verwandelte McCandless‘ Geschichte in ein Buch, das Sean Penn 2007 verfilmte. Den Film „Into the Wild“ werdet Ihr sicher kennen. Wie auch immer, ich war zu neugierig und fuhr die Stampede Road bis zum Ende, d.h. so weit es mit einem Auto geht. Dort fand ich einen jungen Deutschen (Doran) und einen niederländischen Piloten (Martijn) vor, die sich vorgenommen hatten, den Bus – der steht nämlich noch immer da – zu „besuchen“. Sie waren erfolgreich, sahen aber sehr mitgenommen aus. Es entwickelte sich schnell eine recht lustige Unterhaltung, zu der sich auch noch ein ehemaliger US-Soldat gesellte, der plötzlich aus dem Busch gekrochen kam. Der Magic Bus hat sich mittlerweile zu einem Pilgerziel für Backpacker entwickelt; schon in Fairbanks im Hostel hatte ich mit Andreas Baeumler jemanden getroffen, der in diesem Jahr den Bus erkundet hatte und, um einen der beiden Flüsse zu überqueren (den Teklanika), schnell ein Boot im „Rüdiger Nehberg“-Stil gebaut hatte. Seine Daseinsberehtigung hat der Bus aber, weil er noch von Jägern und Hundeschlittenführern als (Not-)Unterkunft genutzt wird. Mit Doran, der sich mit Photographie selbstständig machen möchte und auch einen Blog über seine Reise unterhält (http://www.doranhannes.com/blog – da unbedingt die Magic Bus Geschichte lesen) tat sich daneben eine mögliche Mitfahrgelegenheit vom Denali NP nach Anchorage für später auf. Wieder Fairbanks Diesmal wollte ich im Anschluss einiges anders machen, z.B. hatte mir Jason angeboten, bei ihm zu übernachten – was ich dankend annahm – Hostel gespart. Außerdem wollte ich versuchen, bis zum Denali zu trampen (hitch hiking) und mir damit irgendeinen weiteren teuren Transfer zu ersparen.

Roadtrip – Teil I

Ja, ich habe es getan. Mich einer „Touri-Tour“ für den Dalton-Highway angeschlossen. Am Ende war es dann doch das mit den vorhandenen Mitteln und dem möglichen Zeitkorridor beste Lösung… Flug nach Prudhoe Bay bzw. Deadhorse und im Bulli zurück – 3 Tage (15. bis 17. August).

Tag 1: Flug nach Prudhoe Bay / Deadhorse
Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes für den Flug, aber es wurde nicht so schlimm. Also außer im Nebel zu landen. Aber die Piloten hier oben verstehen ja ihr Handwerk mit den kleinen Maschinen. Kaum ausgestiegen, begrüßte mich Freund Wind mit einer eisigen Brise und pustete mich fast von der Mini-Treppe der 2-propellerigen Maschine. Gut. Alles beim Alten, da kann ja nichts schiefgehen.

Prudhoe Bay ist der Startpunkt der Trans-Alaska-Pipeline, die Öl aus den Ölfeldern hier oben bis in den Süden von Alaska, nach Valdez, befördert. Als beschlossen wurde, diese Ölfelder auszubeuten, war das gleichzeitig der Startpunkt für den Bau des Dalton Highways als Versorgungslinie. Aus dieser Zeit stammen auch noch die vielsagenden Namen der „Dörfer“ entlang des Dalton Highways. „Deadhorse“ ein paar Kilometer südlich von Prudhoe Bay, und „Coldfoot“ ca. in der Mitte zwischen Prudhoe Bay und der Brücke über den Yukon River. Der Name Deadhorse ging auf den Namen einer am Bau der Pipeline beteiligten Firma zurück, während Coldfoot auf – was sonst – Goldsucher zurückgeht.

„Mal eben zum Meer gehen“ geht hier allerdings nicht, das Gelände gehört den Ölfördergeselschaften und man wird nur nach vorheriger Anmeldung durch Tourgesellschaften zum Meer gelassen. Da war es dann also, das Nordmeer. Im Nebel. 🙂 Großartig Zeit zum Ausharren und sentimental werden hat man allerdings nicht, schnell wird man wieder verscheucht nach Deadhorse.

Abends wollte unser Fahrer und Guide Mike noch dem liegen gebliebenen Motorradfahrer Matt einen Gefallen tun und mit ihm das kaputte Rad abholen – am nächsten Tag würden wir ihn wieder dort absetzen. Nette Abwechslung dachte ich mir – komme ich doch mal mit. Die Belohnung war der Anblick von (von vorbeifahrenden LKWs und Autos völlig unbeeindruckten) Moschusochsen. Ein riesiges Erlebnis. Aber es bleibt irgendwie ein komische Geschmack zurück: Man steigt einfach aus dem Auto aus und knipst ein paar Fotos. Wenn man sich diese Begegnungen – wie im Kanu – selbst erarbeitet hat, ist das einfach etwas anderes. Die Fotos werde ich deswegen aber ganz sicher nicht löschen… 🙂

Tag 2: Deadhorse – Coldfoot
Mike hatte übrigens seine 12-jährige Enkeltochter mitgebracht. Voller Stolz trug sie ihr Taschenmesser mit sich herum, wie es „bei uns“ höchstens Jungen machen würden. Aber hier ist das eben anders – sie hat auch mit 11 ihren ersten Elch erlegt…
Wir setzten Matt an seinem Motorrad ab und weiter gings. Unterwegs hielten wir natürlich immer wieder mal an, um die Landschaft zu genießen und wo möglich, Tiere zu beobachten. Die Pipeline war dabei ständiger Begleiter, sie schlängelt sich wie eine Schlange mal links, mal rechts von der Schotterpiste. Dass die Pipeline nicht „gerade“ verläuft, hat mit der wärmeabhängigen (Aus-)Dehnungsfähigkeit der Metalls der Pipeline tun; z.B. könen die Röhren auf den Trägern auch „rutschen“. Gegen abend passieren wir von Dallschafen beobachtet den Atigun-Pass – die höchste Stelle des Dalton Hihways. Hier liegt zugleich auch die Wasserscheide, die die Einzugsgebiete des arktischen von denen des pazifischen Ozeans trennt. Östlich liegt bzw. lag das Arctic National Wildlife Refuge, westlich von uns liegt der Gates of the Arctic National Park der Brooks Range (Gebirgszug).

Tag 3: Coldfoot – Fairbanks
Heute morgen geht es zuerst ein bißchen zurück nach Wiseman, eine 14-Einwohner- Metropole. Auch ursprünglich von Goldsuchern gegründet. Einer der Einwohner, Jack, gibt eine kleine Führung und erzählt von seinem Leben als Jäger. Er uns seine Frau pflegen – soweit möglich – einen „subsistence Lifestyle“. Das heißt z.B., dass die Jagd ausgeübt wird, um sich selbst zu ernähren, nicht der Trophäen wegen. Wenn ich alles richtig aufgenommen habe, muss man als Jäger bei erlegtem Großwild nachweisen, dass das Fleisch auch einer Verwertung zugeführt wird bzw. wurde. Alles andere ist strafbar. Das beeindruckende Detail aber kommt, als er von seiner kürzlich verstorbenen Mutter erzählt. Sie hatte einen Herzanfall und entschied für sich, dass sie nicht „weit weg in ein Krankenhaus gebracht werden will – ihre Zeit sei dann eben gekommen“. Alle Kinder sind dann noch gekommen, um sich zu verabschieden und dann starb sie. Das nächstgelegene Krankenhaus wäre dann auch in Fairbanks, 260 Meilen entfernt. Die innere Zufriedenheit und Gelassenheit der Menschen hier oben beeindruckt mich immer wieder.

Wieder der Yukon
Nachdem wir den Polarkreis in Richtung Süden passiert haben, kommen wir zur Brücke über den Yukon. Ein bisschen komisch ist mir schon zumute, gehe runter zum Ufer und finde den Fluss in totaler (Wind-)Stille wieder. Doch bevor ich anfangen kann meine damalige Entscheidung nachträglich in Frage zu stellen, erfahre ich in der Ranger-Station, wie das Wetter hier in der Gegend bis gestern war… alles richtig gemacht und mein Gefühl war richtig. Puh.

Wieder Fairbanks
Nach dem Ende der Tour muss ich aber schon wieder nach vorne gucken – schließlich fahre ich ja ab morgen selbst. Schnell noch die Einkäufe erledigen. Im „Fred Meyer’s“ (Supermarktkette) treffe ich Sam, der mir ja seinen Wagen leiht. Was für ein Glück, er setzt mich wieder beim Hostel ab.

Fairbanks

Fairbanks (Ankunft am Mittwoch, den 6.8.)
Nun also standen ein paar „Stadttage“ an. Das übliche Spiel begann: Unterkunft suchen, einkaufen, Stadt abchecken.
Franky überzeugte uns schnell, ein Hostel „nah an der Innenstadt“ zu finden – schließlich wollten wir ja ein paar mal „Ausgehen“ und da ist ein kurzer Weg nach Hause nur von Vorteil. Deswegen gingen wir nicht zu „Sven’s Basecamp Hostel“, das uns von 2 Seiten empfohlen wurde. An diesem Tag ein wenig „spontan“ veranlagt, stiegen wir also einfach in das nächstbeste Taxi ein. „To some hostel near downtown, please!“.
Eine ereignis- und erfolglose Stadtrundfahrt später standen wir dann um einige Dollar erleichtert vor Sven’s Basecamp Hostel. Ich bekomme übrigens keine Provision von Sven.

Für mich hieß es wieder „neue Päne machen“, aber mir war eigentlich nach etwas Pause. Also schrieb ich Blog-Einträge, wählte Bilder für den Blog aus, bummelte durch den Tag. Abends schmissen wir meistens den Grill im Hostel an.
Irgendwann war mir klar, dass ich noch einen Roadtrip auf den Highways machen wollte. Und da ich die Beringsee ja vermutlich nicht sehen werde, wollte ich wenigstens das Polarmeer sehen. Da kann man nämlich mit dem Auto hinfahren…
Auf dem Dalton-Highway.
Ich wurde schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein Auto für die Strecke zu leihen ist nicht so einfach (der Highway ist bekannt dafür, Reifen und Stoßdämpfer zu vernichten – Schotterpiste). Und wahnsinig teuer. Trampen? Auch eine Möglichkeit, aber ich kann doch denen, die mich mitnehmen, nicht diktieren, wann man anhält um ein wenig die Gegend zu genießen…
Ein Auto kaufen? Für die kurze Zeit? Dann muss ich es ja nachher wieder loswerden. Auch nervig. Und teuer. Zum Glück trafen wir noch einmal Sam, der uns zum Beaver Creek gebracht hatte. Schnell stellte sich heraus, das Sam seinen Truck auch „verleiht“. Allerdings hatte er ihn erst ab dem 18. August verfügbar. Wenn Sam mir seinen Wagen leiht, muss ich ja nicht unbedingt den berüchtigten Dalton-Highway damit befahren. Ich ließ das Thema erst einmal ruhen und wählte weiter ein paar Bilder für den Blog aus.

Abschied
Nachdem Thmomy und Franky am Sonntag abgeflogen sind, besichtigte ich noch etwas „die Stadt“. Wer schon einmal in Kanada oder den USA war, weiß, dass es hier drüben einfach alles anders ist. GROß. „Mal eben rübergehen“ – Pustekuchen! Man muss hier schon ein Fahrrad haben (und ein wenig Mut) oder am besten ein Auto. Schließlich gibts ja hier drüben auch in für unsere Verhältnisse eher kleineren Städten – wie Fairbanks das wäre – mehrspurige Einbahnstraßen… aber das Hostel hatte Fahrräder.
Zu Erwähnen wäre hier besonders das „Museum of the North“ auf dem Campus der University of Alaska Fairbanks (UAF) – sehr schön. Als ich also in dem Museum umherschlenderte, kam mir die Idee, dass bei den vielen Klimaforschungs und Geophysikinstituten hier auf dem Campus doch vielleicht auch ein paar Forscher den Dalton-Highway rauffahren? Kann ich vielleicht bei denen mitfahren…? Aus der Idee wurde nichts, aber ich durfte dafür in besagten Instituten umherschlendern und mir alles ansehen. Die beschäftigen sich zum Beispiel ausgiebig mit den „Nordlichtern“ (Aurora Borealis, http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast/TravelersGuide). Beim Umherschleichen in den Gängen der Klimaforscher fiel mir ein Poster auf, auf dem eine Vielzahl Einheimischer zum Klimawandel befragt wurden. Die Welt ist so klein (oder Alaska hat einfach so wenig Einwohner): Clarence Alexander war darauf (siehe auch „Wieder Fort Yukon“, Obama…).


Daneben nahm ich noch die Einladung von Peter Kamper an, vorbeizukommen und im Austausch gegen Kaffe und Sandwiches ein wenig von unserer Tour auf dem Beaver Creek zu erzählen und traf mich mit Jason (siehe Beitrag „Dawson – Circle“: Alaskanische Gelassenheit) zum Frühstück. Mit Jason ist mir übrigens ein echter Abenteurer über den Weg gelaufen: http://news.google.com/newspapers?nid=1310&dat=19990128&id=4FFWAAAAIBAJ&sjid=9-sDAAAAIBAJ&pg=4985,7280415