… and I try again and again…

Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein. Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig, die Zeit erst macht die lange Gärung kräftig.  (Mephistopheles in Goethes Faust, der Tragödie erster Teil)

Zumindest habe ich bei den ersten beiden Anläufen etwas gelernt. Die Vorbereitungen liefen einigermaßen koordiniert ab, die möglichen Tagesetappen waren eingeteilt, die Dörfer entlang des Flusses auswendig gelernt, die USGS-Karten um aktuellere Infos aus Satellitenbildern angereichert, ein vierteiliges Doppelpaddel und ein variabel zu positionierender Sitz nebst Kniematte zierten meine Ausrüstung. Nur mein Kanu Nobody, auf das Mike ja die letzten zwei Jahr aufpassen wollte, das hatte ich noch nicht dort, wo ich das letzte mal aufgehört hatte. Ausgeheckt hatte ich, dass Mike das Kanu weit vor meiner Ankunft von Fairbanks zur Barge nach Nenana bringen könnte, die es nach Galena bringt – wo Jake the Russian (Nobody ist die Größte) dann darauf aufpasst, bis ich da bin. Die Flüge waren lange gebucht, als ich Mike Ende Mai endlich erreichte 🙂 Er freute sich, dass er mir helfen konnte.

Kurzer Abriss. Fairbanks. Galena.
Noch vor Abflug am Donnerstag, den 05. Juli vermeldete Jake, dass das Kanu wohlbehalten und bereits mit Teilen der Ausrüstung versehen (der liebe Mike…) in Galena angekommen war. Ein Zeitfenster von 5 1/2 Wochen hatte ich mir freigeschaufelt, und planmäßig starten wollte ich am folgenden Sonntag oder Montag (08. oder 09. Juli). Bis zum Weiterflug nach Galena zeltete ich bei Billie’s Backpacker Hostel im Garten („You have been here before?!“). Mike spielte netterweise den Chauffeur für meine Besorgungen, z.B. (Achtung Anleitung!) Versenden der Hälfte meines in Fairbanks eingekauften Proviants als Voraus-Paket zum Abholen im Örtchen Holy Cross (das nennt man bei der US-Post USPS „general delivery“) oder auch das Vorab-Aufgeben einer bereits gepackten wasserdichten Tonnne per Flugzeug nach Galena. Um den Jetlag besser zu verdauen und auch noch eine kleine Tour mit Mikes Bruder Pat und Garry (ein Freund der beiden) zu unternehmen entschied ich mich, erst am Montag den 09. Juli zu starten und flog dementsprechend erst am Sonntag nach Galena. Dort nahm mich Jake herzlich in Empfang. Ich staunte nicht schlecht, als mir Jake erstens seine Freundin Beth vorstellte und ich zweitens Jakes neue Hütte sah – er schläft nicht mehr in dem alten aufgebockten Boot! Er hatte sogar eine kleine Beistellhütte gebaut, in der ich die Nacht verbringen konnte. Ansonsten war bei Jake alles beim alten. Jakes Platz ist ein Taubenschlag: Freunde und Bekannte kommen und plaudern und plaudern. Ich musste mich zwischendurch aktiv aus den Plaudereien rausziehen, um die Taschen und Tonnen zu packen und den Sitz im Boot zu fixieren 🙂 Später am Abend gab es dann frischen Lachs vom Lagerfeuer. Nur Schlafen konnte später ich nicht: der Arsch lief mir auf Grundeis, denn es hatte begonnen zu stürmen und ich hatte keinen Plan, wann das wohl wieder aufhörte. Top Start, dachte ich. Läuft bei mir…

 

 

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