Die Spielhölle des Nordens und ein schwerer Abschied

In Dawson City angekommen, beziehen wir erst einmal in einer Cabin (Hütte) unser Lager und lüften unsere Klamotten. Wir lassen es ruhig angehen und freuen uns auf die letzten, uns verbleibenden 4 Tage. Wir genießen die erste warme Dusche im Badehaus des Hostels – man muss sich aus kaltem und heißem Wasser das Badewasser selbst mischen und sich dann mit einem Eimer selbst übergießen, finden das aber total klasse.
Abends schlagen wir uns natürlich den Wanst voll. Wir treffen ein österreichisches Pärchen, das sich 2 Jahre Zeit genommen hat um mit dem Fahrrad vom Norden Amerikas in den Süden zu fahren (www.nikiundphillipp.wordpress.com). Auch ein deutsches Filmemacherpärchen trifft ein – gleiches Ziel wie ich aber mit Faltbooten unterwegs. Sie wollen sich gar bis Ende September Zeit lassen – Naja, mehr Erfahrung als ich ich haben die allemal und die Tour ist auch nicht komplett neu für sie. (Walter Steinberg und Sieglinde Fischer, http://www.walter-steinberg.de )

Zufällig ist am nächsten Tag, dem 1. Juli, „Canada Day“ und eine kleine Parade findet statt, Goldwaschmeisterschaften und allerlei andere Buden sind geöffnet. Ein schöner Tag. Am Mittwoch will Birgit unbedingt zu Fuß auf den Midnight Dome – der Berg bzw. Hügel vor Dawson City – und das bringt uns ganz schön ins Schwitzen, aber die Aussicht ist unglaublich schön. Wir beschließen, uns am Donnerstag einmal komplett touristisch zu benehmen und buchen eine Bus-Exkursion entlang des Dempster-Highways in den Tombstone-Nationalpark, gehen am Abend vorher aber einmal noch ins „Diamand Tooth Gerties“, wo noch wie in alten Zeiten CanCan-Girls mit den Rücken wirbeln und jede Menge Geld verzockt wird )Eintrag „Neues aus Dawson“…). Ich versuche mich im BlackJack, muss aber einmal mehr Lehrgeld zahlen. Nachdem es erst gut läuft, ist am Ende alles futsch. Bis auf einen Taler als Andenken.

Schwerer Abschied
Freitag steht an. Wir frühstücken noch einmal gemeinsam, dann packen wir die Sachen. Auf der anderen Flusseite wird das Viertelfinale gegen Frankreich übertragen, aber das sparen wir uns.
Die Tränen stehen uns dauernd in den Augen, denn der Abschied diesmal wird für viel länger sein uns auch viel, viel ungewisser. Langsam kommt auch mein Bammel vor den Flats durch. Wir sind aufgelöst. Schließlich kommt der Augenblick, ich bringe Birgit zu Fähre und blicke ihr noch lange hinterher. Ich kann die Tränen nicht halten, auch jetzt beim Aufschreiben eine Woche später nicht (Wartetag auf der Insel kurz nach Fort Yukon).
Oben beim Hostel nutze ich noch das Fernglas und sehe, wie Birgit die Straße hochläuft. Aber schon kommen 2 Deutsche aus den gegend um Frankfurt zurück, sie wollen auch den Yukon paddeln, aber nur bis zum Dalton Highway. Sie haben sich das Viertelfinale angeschaut und dabei meinen Laptop aufgeladen. Sie wollen auch heute weiter – wir helfen uns noch gegenseitig beim Wiedereinsetzen. Ich paddle allerdings viel früher weg. Bei starkem, böigen Gegenwind. Symptomatisch für den Tag.

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