Im Kanu auf dem Yukon

Von den Quellseen bis zur Beringsee

Wenn Aufgeben keine Alternative ist

„There is no choice.“      (Eddard Stark)


Ich schlurfe an der Straße entlang über den Bürgersteig. Es regnet und der Wind bläst kräftig, ich ziehe den Kragen meiner Jacke ein wenig fester. An einer Bushaltestelle fällt mein Blick auf ein Plakat. Man sieht das schweißperlende Gesicht eines jungen Mannes, er blickt konzentriert nach schräg unten. Was ist denn das für eine Werbung. Und wieso fällt die mir überhaupt auf – bin ich doch sonst ein Weltmeister im Übersehen von Werbung. Plötzlich donnert es, ich erschrecke kurz und haste weiter.

Ein paar Tage später fällt mir das gleiche Plakat wieder auf. Diesmal aus dem Auto – ich lese im Vorbeifahren etwas von Aufgeben und Alternative, aber das wars. Das Bild des jungen Mannes bleibt mir noch ein wenig im Kopf, aber der Straßenverkehr buhlt schnell und erfolgreich um meine Aufmerksamkeit.

Sie ist jetzt eineinhalb Jahre her, die große Tour. Nach einem einjährigen Pendelintermezzo in – nee aus – Osnabrück hat mich – bald uns – Münster wieder. Und es gibt immer noch Dinge, die mir keine Ruhe lassen. Werde ich jemals die Beringsee vom Kanu aus sehen? Diesen Gedanken im Kopf bleibe ich plötzlich stehen – ich bin gerade zu Fuß in Osnabrück unterwegs – so als ob mich dieser Gedanke zum Stehenbleiben zwingt. Als ob ich irgendwovor noch einmal tief Luft holen müsste. Als ich mir dessen bewusst werde, blicke ich mich um. Aus den Augenwinkeln… wieder dieses Plakat. Diesmal nicht, nein – diesmal sehe ich es mir genau an. Es ist gar keine „richtige“ Werbung.


„Kennst Du das, wenn Aufgeben keine Alternative ist?“


Ein Gefühlsausbruch überkommt mich. Tränen schießen mir in die Augen, mein Hals verengt sich. Ich weiß jetzt, was ich zu tun habe. Nicht nur für mich.

 

6 Responses to “Wenn Aufgeben keine Alternative ist”

  1. Tini

    Yes! Macht Sinn, auch wenn die Werbung anderen das Überleben ermöglichen soll… Dann halt auch Dir 😉 Viel Erfolg! Und tu mir folgenden Gefallen: Häng Deinen Job an den Nagel und werde Autor.

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  2. Tini

    Spenden pro Kilometer ist eine super Sache, haben wir damals mit den Rädern gemacht! Ebenfalls für die DKMS, auch wenn bei Dir das Motto nicht besser hätte treffen können. Wieviel km machst Du denn voraussichtlich? LG Tini

    Antwort
  3. Tini

    Okay, dann sind wir Schmallhoffs mit 10 Cent pro Kilometer dabei. Zusage hiermit und amtlich und vor den öffentlichen Augen der Leser. Auf geht’s, gib alles!!!

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  4. Judy

    Die Cimanders finden das auch super und sind mit 3 Cent pro Kilometer dabei!!! Hau rein Bernd ;)))!!! Liebe Grüße vom Rhein an den Yukon 🙂

    Antwort

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